Gestalttherapeutischer Ansatz
Aus meiner Sicht ist die Gestalttherapie mit ihrer prozessorientierten, ganzheitlichen und dialogischen Haltung bestens geeignet, um in komplexen Situationen die Übersicht und den roten Faden zu behalten.
Mit Unterstützung der Gestalttherapie erfährt der Klient oder das Team, durch welche "erlernten" oder systembedingten Mechanismen das Wachstumspotential gebremst wird: Eigentlich lebenswichtige Symptome – Angst, Selbstzweifel, Aggressivität, Rückzug, Schmerzen, Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft usw. – treten in unangemessenen Situationen auf, werden einseitig übersteigert und behindern so die natürliche Fähigkeit jedes Menschen, die aktuelle Wirklichkeit wahrzunehmen und sich sinnvoll auf diese zu beziehen.
Darüber hinaus
nehme ich, wo es sinnvoll erscheint, ein systemisch-konstruktivistisches Denken und ausgewählte Methoden aus verschiedenen therapeutischen Traditionen auf.
Ressourcen orientiertes Arbeiten
Die verschiedenen Wachstumsangebote (Supervision, Coaching, Mentoring) aber auch die seelsorgliche Begleitung zielen immer auf die Erschließung von Entwicklungsmöglichkeiten und Ressourcen, d.h. vorhandenen Kompetenzen ab.
Offener Umgang mit Chancen und Krisen
Die Chinesen verwenden zwei Pinselstriche, um das Wort "Krise" zu schreiben. Ein Pinselstrich steht für Gefahr; der andere für Gelegenheit. Daraus folgt: Hüte dich in einer Krise vor der Gefahr - aber erkenne die Gelegenheit! Krisen sind also generell erst einmal nichts Negatives, sondern stecken voller Wachstumspotenzial.
Dennoch gibt es Krisen, die uns an die Grenze unserer physischen und psychischen Belastbarkeit führen können. Gewöhnlich fangen wir uns selbst nach einer Weile und gehen gestärkt daraus hervor. Doch das gelingt nur dann, wenn wir die Krisen als solche erkennen, benennen und lernen, aus dem liebevollen Umgang mit ihnen neue Chancen zum Wachsen zu sehen.
Dafür ist manchmal ein externer der Blick von außen auf das Lebenssystem sinnvoll und notwendig.
Wachstum durch Selbsterfahrung und -erkenntnis
Um gesund Wachsen zu können, ist wichtig vom neutralen "man" weg zu kommen, um zum "ich" zu gelangen. Nur in der Selbsterkenntnis kann ich den anderen besser erkennen; nur wenn ich mich selbst mit allem, was mich ausmacht, liebe, kann ich auch den Nächsten lieben, mit dem was ihn ausmacht und uns verbindet oder trennt.
So fragen wir uns z.B. warum wir uns in bestimmten Situationen immer wieder unwohl fühlen, warum wir mit bestimmten Menschentypen immer wieder aneinander geraten, warum wir uns so oder so verhalten, obgleich wir uns vielleicht ganz anders verhalten wollen.
Um sich selbst besser zu verstehen, ist es gut, nach den eigenen Wurzeln zu fragen, nach dem Woher aber auch nach dem Ziel, wo will ich hin. Entscheidender Moment ist jedoch die Wahrnehmung des Hier und Jetzt.
|